Kein Pflegemangel im Alten- und Pflegeheim Hülgerthpark

Freiheitlicher Rundumschlag auf Kosten der Lebenszufriedenheit von BewohnerInnen und Angehörigen der städtischen Alten- und Pflegeeinrichtung.

Stadtrat Germ behauptet in einer Presseaussendung, im Hülgerthpark, dem Seniorenwohnheim der Stadt Klagenfurt, soll der Nachtdienst durch eine Glocke ersetzt worden sein. Dadurch könne, so Germ, bei einem medizinischen Notfall nicht reagiert werden.

Der Parteivorsitzende der FPÖ kennt sich mit Pflegeheimen nicht aus – anders ist seine Aussendung nicht zu erklären.

Erstens kennt er den Unterschied zwischen Senioren-Wohnheim, Pflegeheim und Betreutem Wohnen nicht. Für alle drei Formen der Betreuung gelten ganz unterschiedliche Regelungen.

Zweitens kennt der freiheitliche Stadtrat das Städtische Seniorenheim Hülgerthpark nicht. Dort gibt es alle drei Betreuungsformen in einem Gebäude. Der Nachtdienst für das Wohnheim wurde natürlich nicht durch eine Glocke ersetzt, sondern wird von ausgebildetem Pflegepersonal übernommen. Lediglich das Schwesternzimmer wurde räumlich vom Foyerbereich näher an die Pflegestation verlegt und technisch mit einer neuen Rufanlage ausgerüstet.

Drittens erkennt er nicht, dass das stadteigene Seniorenheim Hülgerthpark einen Personalstand hat, der um ein Drittel höher liegt, als der gesetzlich vorgeschriebene. Dadurch kann exzellente Betreuung und Pflege für jeden Bewohner gewährleistet werden.

Viertens hat er die Kärntner Heim-Verordnung nicht genau gelesen. Diese schreibt vor, dass in Seniorenwohnheimen der Nachtdienst mit einem Pflegehelfer zu besetzen ist. Im Seniorenheim Hülgerthpark der Stadt Klagenfurt versehen ein Pflegehelfer und zusätzlich eine Diplom-Krankenschwester den Nachtdienst. Es werden mehrere Kontrollgänge in der Nacht durchgeführt. Die technische Ausstattung der Rufanlage wurde heuer auf den neuesten Stand gebracht.

Der Grund für Germs Aussendung liegt aber nicht nur in seiner Unkenntnis des Pflegewesens, sondern ist auch politisch motiviert. In der Vorweihnachtszeit möchte Stadtrat Germ Ängste bei alten Menschen und ihren Angehörigen schüren, offensichtlich um ein paar Wählerstimmen für die bevorstehende Landtagswahl zu bekommen. Dass die Unwahrheiten seiner Presseaussendung pflegebedürftige Menschen unnötigerweise in Angst versetzt, ist ihm dabei völlig egal. Dass der stadteigene Betrieb des Seniorenheims samt dem guten Ruf der Pflege gefährdet werden könnte, ist ihm ebenfalls egal.

Um dieses uninformierte und unnötige Schüren von Ängsten abzustellen und die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims vor weiterer Beunruhigung zu bewahren, wird die Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen Stadtrat Wolfgang Germ geprüft, sagt Sozialreferent Jürgen Pfeiler.

Pfeiler abschließend: „Mit dieser auf Hören und Sagen begründeten Aussendung hat ein Mitglied des Stadtsenats einer wichtigen sozialen Einrichtung der Stadt massiven Schaden zugefügt!".

Aussendung/Büro Vzbgm. Jürgen Pfeiler

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