Frauennotschlafstelle erweitert Angebot

Gemeinsam mit der Volkshilfe Kärnten bietet die Stadt Klagenfurt in Not geratenen Frauen eine betreute Wohngemeinschaft an. Das Projekt wird im Bauvorhaben „Am Mühlgang – Grete-Bittner-Straße“ umgesetzt.

Unter dem Titel „Frei(T)raum“ wurde heute, Mittwochmittag, das neue Projekt der Frauennotschlafstelle vorgestellt. Ausgangspunkt ist das im Bau befindliche Projekt „Am Mühlgang“ in der Grete-Bittner-Straße der gemeinnützigen Bau-, Wohn- und Siedlungsgemeinschaft Fortschritt. Der Spatenstich für die 97 Wohneinheiten erfolgte im Frühjahr 2015, Fertigstellung ist im Sommer/Herbst 2017 geplant. „Mit diesem Bauprojekt wollen wir weg vom traditionellen sozialen Wohnbau und hin zu einem lebenswerten Wohnen mit genügend Privatsphäre und Freiraum“, erklärt Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. Ein Teil der Wohnanlage, nämlich eine 180 Quadratmeter große Wohnung (davon 4 Schlafzimmer mit eigenen sanitären Anlagen) mit etwa 100 Quadratmeter Garten, wird an die Volkshilfe Kärnten vermietet. Damit entsteht eine betreute Wohngemeinschaft für Frauen, die nach dem Aufenthalt in der Frauennotschlafstelle weiterhin Unterstützung benötigen. „In der Sozialpolitik müssen wir nicht nur verwalten, sondern vor allem auch gestalten“, weiß Sozialreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler und betont, dass die Stadt mit „Frei(T)raum“ eine Vorreiterrolle einnimmt. Auch Wohnungsreferent Stadtrat Frank Frey findet für das Betreuungskonzept nur positive Worte: „Die Wohngemeinschaft befindet sich mitten in einer normalen Gesellschaft und einem normalen Umfeld, ein idealer Raum für Reintegration“, so Frey. Auch Fortschritt-Geschäftsführer Ing. Franz Armbrust und Mag. Stefan Mauthner, Leiter der Abteilung Soziales, betonen die Einzigartigkeit dieser Idee und das Klagenfurt damit ein Vorbild im modernen Sozialwohnbau für andere Städte ist. Finanziert wird das Projekt durch die Stadt Klagenfurt und die Volkshilfe Kärnten. Die Miete für die Wohnung übernimmt die Volkshilfe, die Bewohnerinnen leisten ein Benützungsentgelt. Die Personalkosten übernimmt die Stadt. Geplant ist eine Betreuung im Ausmaß von ein- bis zweimal die Woche sowie telefonische Erreichbarkeit.

Die Wohnmöglichkeit ist auf zwei Jahre begrenzt und richtet sich an Frauen mit oder ohne Kinder (bis zum 12. Lebensjahr), die im sozial-betreuten Wohnen oder in der Frauennotschlafstelle untergebracht waren. „Viele Frauen trauen sich aus Scham nicht zuzugeben, dass sie delogiert wurden und rutschen dadurch wieder in Abhängigkeiten, mit „Frei(T)raum“ wollen wir den Frauen Unterstützung geben, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen“, erklärt die Projektleiterin der Volkshilfe, Mag. Cornelia Kössldorfer. „Von der Wohnungslosigkeit zum selbstbestimmten Leben – das möchten wir den Frauen bieten“, erklärt Volkshilfe-Kärnten Präsident Ewald Wiedenbauer abschließend. 

Foto: StadtPresse/Fritz-Glinik

Personen Zuordnung Article: 
Jürgen Pfeiler
Dr. Maria-Luise Mathiaschitz

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